Fantasywoche 2017 - Autoren-Interview - Bernhard Hennen & Robert Corvus

Elchi | Dienstag, 7. Februar 2017 |
 
Die große Facebook Fantasywoche für Fans von Romantic-, Urban-, Dark- und High-Fantasy.
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Huhu ihr Lieben,

gestern ist die Fantasywoche endlich gestartet und gemeinsam
 mit Jassi von Kitterella's Welt und Heather von Mein Bücherwahnsinn & das Paradies 
durfte ich die beiden Autoren Bernhard Hennen und Robert Corvus interviewen!



Bernhard Hennen


Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Als Journalist bereiste er den Orient und Mittelamerika, bevor er sich ganz dem Schreiben fantastischer Romane widmete. Mit seiner Elfen-Saga stürmte er alle Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Hennen lebt mit seiner Familie in Krefeld.

 
Robert Corvus


Robert Corvus, 1972 geboren, studierte Wirtschaftsinformatik und war in verschiedenen internationalen Konzernen als Strategieberater und Projektleiter tätig, bevor er mehrere erfolgreiche Fantasy-Romane veröffentlichte. Er lebt und arbeitet in Köln.



Das Interview

Fragen von Jasmin:

1. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, gemeinsam zu schreiben?
Bzw. wessen Idee ist es gewesen?

Wir wurden verkuppelt. Wir sind beide mit Werner Fuchs befreundet, einem der Erfinder der Fantasywelt "Das schwarze Auge". Er hat sich immer gewünscht, in seinem Setting eine lange, epische Romanreihe zu sehen. Dafür bot sich die Umsetzung der PHILEASSON-SAGA an, die schon mehr als zwei Jahrzehnte als Kampagne von Abenteuerspielen vorliegt, in dieser Zeit viele Fans gewonnen hat und schon zwei Mal an die immer feiner ausgearbeitete Hintergrundwelt angepasst wurde.

Bernhard: Für mich, der ich die Abenteuerkampagne vor einem Vierteljahrhundert geschrieben habe, war es ein Herzensprojekt, diese Adaption anzugehen.

Robert: Ich war der Welt von "Das schwarze Auge" damals auch schon durch sieben Romane (erschienen unter meinem Pseudonym Bernard Craw) verbunden, sodass ich durchaus als bewährter Veteran auf diesem Feld galt. Werner Fuchs hat zuerst Bernhard von seiner Idee begeistert und dann mich als Mitstreiter für dieses arbeitsreiche Unterfangen gewonnen.


2. Kanntet ihr euch schon vorher privat?

Generell ist die Szene der Fantasy-Schaffenden im deutschsprachigen Raum sehr klein. Diejenigen, die auf Conventions und ähnlichen Veranstaltungen auftreten – wozu auch wir beide zählen – kennen sich wenigstens vom Sehen. Man "klatscht ab", wenn der Programmpunkt im Lesungsraum wechselt. In diesem Sinne kannten wir uns bereits, hatten aber nie intensiv miteinander zu tun.


3. Wie erklärt ihr einem Unwissenden um was es in „Das schwarze Auge“ geht
und wie ihr das in eurer Saga umsetzt?

"Das schwarze Auge" ist die typische Fantasywelt, im angloamerikanischen Raum sagt man dazu "EDO-Fantasy", was für "Elven, Dwarf, Orc" steht. Es gibt also Elfen, Zwerge und Orks, die Technologie bewegt sich auf dem Niveau des Mittelalters, die Vielgötterei erinnert an die vorchristliche Antike und die Bewohner dieser Welt denken oft neuzeitlich in Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen. Das ist das übliche Fantasysetting, das auch "Der Herr der Ringe", "Conan" oder (mit Abstrichen beim EDO) "Game of Thrones" nutzen. Als Fantasyfan findet man also leicht hinein.

Andererseits arbeiten an dieser Rollenspielwelt seit 1984 eine Vielzahl an Autoren, Redakteuren, Spielleitern und Spielern mit und bringen ihre Gedanken ein. Jemand findet den Namen eines Dorfs auf einer Karte ansprechend, denkt sich etwas zur Struktur dieses Dorfs aus, schickt es ein und mit etwas Glück landet es in einem der Hintergrundbände zur Welt. Dadurch ist über die Jahre die mit Abstand vielfältigste Fantasywelt des deutschen Sprachraums entstanden. Es gibt Waldmenschen und höfisches Zeremoniell, so etwas wie Wikinger und Yetis, Drachen und Goblins und Magiergilden und Kriegerakademien.

Daher gibt es auch viel zu entdecken – und DIE PHILEASSON-SAGA ist letztlich die Geschichte einer epischen Entdeckungsfahrt, einmal um den Kontinent Aventurien herum.


4. Nutzt ihr Schreibpausen um gemeinsam in „DSA“ abzutauchen
und Erinnerungen aufzufrischen?

"Das schwarze Auge" ist inzwischen ein multimediales Projekt. Nukleus ist das Rollenspiel, aber auch die begleitende Taschenbuchreihe hat inzwischen etwa 150 Bände. Es gibt Computer- und Brettspiele, Zinnfiguren, und auch Filmrechte wurden schon vergeben. Aktuell erscheint die englischsprachige Ausgabe des Rollenspiels. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass beinahe jeder Fantasyfan im deutschsprachigen Raum bereits einmal mit "Das schwarze Auge" in Berührung gekommen ist, auch wenn er es vielleicht nicht bemerkt hat.

Bernhard: Meine  Kinder kommen allmählich in das Alter, in dem Fantasy-Rollenspiele interessant werden, und natürlich ist "Das schwarze Auge" das Spiel der Wahl, mit dem ich sie in dieser Richtung "sozialisiere". :)

Robert: Bei mir  hat die Schriftstellerei das Rollenspiel "gefressen", aber zu einem der vielen DSA-Romane greife ich immer wieder gern.


5. Was war euer erstes Buch an das ihr euch erinnert?
Hat dieses Buch je in einem eurer Werke eine Rolle gespielt bzw. euch inspiriert?

Robert: Bei mir war es "Pit Parker: Gold am Piratenriff" von Matthias Martin. Dieser Jugend-Abenteuerroman steht noch in meinem Regal, auch wenn ich mich nicht mehr an den Inhalt erinnere. In direkter Weise hat er mich wohl nicht beeinflusst, aber wenn man die grobe Richtung "Abenteuerliteratur" nimmt, dann bin ich mit meinen Werken auf genau dieser Schiene unterwegs.

Bernhard: Ich wurde schon im Grundschulalter mit den „Sagen des klassischen Altertums“ von Gustav Schwab gefüttert. Mein Vater – ein bekennender Altphilologe – hat mir die Ilias und die Heldensagen um Herakles und Theseus vorgelesen, noch bevor ich das Buchstabieren lernte. Welche Früchte diese klassische Bildung getragen hat, stürzt meinen Vater immer noch in tiefe Verzweiflung.


6. Wenn ihr eine Rolle in euren Sagen einnehmen könntet, welche wäre das?

Robert: In der PHILEASSON-SAGA wäre ich vermutlich Ohm Follker, der Skalde. Er ist Phileassons bester Freund, immer mit dabei, neugierig und zuverlässig. Vor allem aber ist er ein Schriftenkundiger und Geschichtenerzähler. Am Lagerfeuer gibt er die Sagas der Thorwaler zum Besten, und aus den Erlebnissen der Abenteuerfahrt dichtet er ein Epos, um ihre Helden zu besingen.

Bernhard: Während meiner aktiven Schwertkämpferzeit habe ich mehrfach im Schildwall gestanden und fühle mich durchaus Beorn verbunden. Ich habe diese Zeit geliebt, den Klang der Klingen, die freundschaftlichen Duelle, den Nervenkitzel, wenn Stahl auf Stahl schlägt.


7. Gibt es eine Figur in eurer Sage, in die ihr ein paar eurer Charaktereigenschaften
mit einfließen lassen habt?

Ja, alle. Letztlich muss man sich in jede Figur hineinversetzen, um ihre Gedanken und Handlungen plausibel schildern zu können. Deswegen sind wir ja auch beide so nette und harmlose Typen: Was an Finsternis und Bosheit in uns entsteht, steckt nun nicht mehr in uns, sondern ist in die Schurken unserer Geschichten eingeflossen.


8. Habt ihr die Bücher des anderen gelesen um dessen Stil kennen zu lernen?

Robert: Am Anfang seiner Schriftstellerkarriere hat Bernhard einige Romane zur DSA-Taschenbuchreihe beigetragen. Einen Davon, "Der Tanz der Rose", hatte ich schon lange gelesen, bevor das gemeinsame Projekt zu erahnen war. Als die Planungen begannen, habe ich Bernhards Hauptwerk "Die Elfen" gelesen – tatsächlich, wie Du vermutest, um den (aktuellen) Stil kennenzulernen. Inzwischen lese ich Bernhards DSA-Romane auch, um Möglichkeiten für Querverweise zu finden. In "Das Jahr des Greifen" beispielsweise taucht Kapitän Phileasson kurz auf, und zwar mit einigen Begleitern. Da die Geschichte nach der PHILEASSON-SAGA spielt, liegt es nahe, dass er diese Begleiter irgendwann während der SAGA treffen wird …

Bernhard: Da klar war, dass wir auf Jahre quasi „verheiratet“ sein werden, wenn ich dem Projekt zustimme, habe ich erst einmal ein Buch von Robert gelesen. Ich kannte ihn zwar als Kollegen, hatte aber noch keines seiner Bücher genossen. Ein Fehler! Meine Wahl fiel auf: „Feind“, den ersten Band der Schattenherren-Saga und schon nach dem ersten Kapitel wusste ich, dass wir zusammen passen würden.


9. Was ist das Verrückteste was euch je als Autor passiert ist?

Bernhard: Ein Nachmittag in gleißender Sonnenhitze, mitten in der jordanischen Wüste. Ich war zu Besuch in einem verfallenen Omajadenpalast. Kein einziger anderer Tourist war dort. Kein Fremdenführer. Niemand. Ich hatte mich von einem Taxi bringen lassen und vereinbart nach zwei Stunden wieder abgeholt zu werden. Nachdem ich eine Weile durch die Ruinen geschlendert war, erschien eine Staubfahne über der Wüstenpiste. Ein Landrover fuhr vor. Mit Kölner Kennzeichen! (Damals lebte ich in Köln.) Als ich zu den Neuankömmlingen ging, stellte sich heraus, dass sie in Köln nur zwei Straßen weiter wohnten :-o Aber dort war ich ihnen noch nie begegnet. In einem Roman würde hier das Lektorat eingreifen und „Völlig unwahrscheinlich“ an den Seitenrand schreiben. Aber so ist das Leben manchmal: Völlig unwahrscheinlich.

Robert: Möglicherweise war es nicht das Verrückteste, aber zum witzigsten Ereignis kam es für mich auf einer Signierstunde am PERRY-RHODAN-Stand (ich schreibe auch für die größte Science-Fiction-Serie der Welt). Das war auf einer Buchmesse, Leipzig oder Frankfurt, und ein engelsgleiches Wesen mit wunderschönem Gesicht, goldenen Locken und Traumfigur schwebte den Gang herab. Die gut zwanzigjährige Schönheit rief: "Oh, PERRY RHODAN! Bekomme ich ein Autogramm?" Ich zückte natürlich meinen Stift, rückte eine Autogrammkarte zurecht und versuchte, meinem in Starre gefallenen Denkapparat eine möglichst aussichtsreiche Strategie dafür zu entlocken, nach der Telefonnummer zu fragen. Charmant wollte ich rüberkommen, ein bisschen witzig vielleicht, souverän natürlich, aber nicht allzu seriös. Bevor ich die perfekte Formulierung fand, fuhr der Engel jedoch fort: "… für meine Mutter!"


10. Manche Menschen wissen ja ganz genau, was sie sich mit ihrem ersten
eigenen Geld gekauft haben. Wisst ihr noch was ihr euch von eurem
ersten „Buchgeld“ gekauft habt?

Robert:  Ich bin ein Spielkind, was die Hilfsmittel zum Schreiben angeht. Ich benutze gern Software zum Konzipieren, für Skizzen und dergleichen. Das meiste davon ist Shareware (man kann es also kostenfrei benutzen und bezahlt bei Gefallen einen Obolus). Als ich mit dem Schreiben erstmals Geld eingenommen habe, war dann auch die Bezahlung dieser Shareware fällig – schließlich hatte sie auch zu meinem Erfolg beigetragen.

Bernhard: Bei mir war es so, dass ich das Geld für eine abenteuerliche Reise in den Libanon, nach Israel und in den Gaza-Streifen ausgegeben habe. Eine Reise von deren Eindrücken ich noch lange für meine Bücher gezehrt habe.


Fragen von Elchi (also von mir):

11. Wie viele Bände wird die Phileasson-Saga insgesamt umfassen?

DIE PHILEASSON-SAGA basiert auf der gleichnamigen Kampagne von Rollenspielabenteuern zu "Das schwarze Auge". Diese Kampagne umfasst zwölf Abenteuer, denen jeweils ein Roman gewidmet werden soll. 2016 sind mit NORDWÄRTS, HIMMELSTURM und DIE WÖLFIN die ersten drei Bände erschienen, 2017 folgt mit SILBERFLAMME der vierte, und danach wollen wir jeweils zwei pro Jahr bringen. Der Heyne-Verlag kauft jeweils Dreier-Chargen an, bis zum sechsten Band, also zur Hälfte des geplanten Umfangs, sind wir inzwischen finanziert. Wenn der Zuspruch aus der Leserschaft so anhält wie bisher, sollte dem zwölfbändigen Epos nichts entgegenstehen.

Auf www.phileasson.de findet man übrigens eine Liste der geplanten Titel – und Informationen zu Schauplätzen und Figuren. Natürlich verkünden wir dort auch Neuigkeiten, etwa, wenn es eine Lesung gibt.


12. Was bedeutet das Genre „Fantasy“ für euch?
Was verbindet ihr damit?

Fantasy ist archetypische Abenteuerliteratur, die aus unseren Mythen schöpft. Der Zauberer, die weise Frau, der Held, das Ungeheuer … zum Personal dieser Romane kann jeder unmittelbar einen Bezug herstellen, weil es letztlich Seelenbilder sind, die man auch in der Psychoanalyse kennt (die Schwesterwissenschaft der Fantasy ist die Tiefenpsychologie :) ). In der Fantasy kann man fundamental menschliche Themen – den Kampf für das Gute, die Abenteuerlust, Ehre und Ehrlichkeit, Freundschaft, aber auch Hass und Verrat – thematisieren und dabei sehr groß und deutlich darstellen, und eine Bühne bespielen, deren Dimensionen nur durch die Fantasie begrenzt werden.


13. Ihr seid ja fest in der Deutschen Phantastik verankert, ... 
Habt ihr euch auch schon mal an einem anderen Genre versucht,
oder könntet ihr euch vorstellen irgendwann auch mal ein Buch
in einem anderen Genre zu schreiben?

Bernhard: Ich habe bereits mehrere historische Romane, sowie ein Jugendbuch veröffentlicht. Seit langem habe ich aber auch vor, mich einmal an einem Thriller zu versuchen. In meiner Anthologie „Wolfträume“ finden sich auch humoristische Geschichten, sowie Ausflüge ins Horror- und SF-Genre.

Robert: Meine erste Veröffentlichung war ein Sachbuch mit dem klangvollen Titel "Betriebswirtschaftliche Formeln, Schemata und Tabellen". Ich habe einen Thriller und einen Entwicklungsroman auf der Festplatte, für die ich aber noch keinen passenden Verlag gefunden habe. Mein Agent geht mit einem bunten Strauß an Exposés hausieren, die nicht alle der Fantastik zuzuordnen sind. Das Überraschendste ist vielleicht ein Konzept zu einer romantischen Komödie, aus dem ein Fernseh-Drehbuch werden soll.


14. Die Phileasson-Saga gehört ja zu den DSA-Rollenspielen, bzw. ist ja streng damit verwoben. Demnach gehe ich davon aus, dass ihr selbst auch zu der Gemeinschaft der Rollenspieler gehört… Könnt ihr mal kurz für Nicht-Rollenspieler erläutern, was genau das ist, was ihr da macht, etc.? Am besten gebt ihr uns einfach mal einen kurzen Einblick in die Welt der Rollenspieler und erläutert wie genau die Phileasson-Saga damit in Verbindung steht.

Ein Fantasy-Rollenspiel ist im Grunde eine gemeinschaftlich erzählte Geschichte. Jeder Spieler beschreibt, wie seine Figur – ein Krieger, ein Magier, ein Elf – agiert. Der Spielleiter beschreibt die Welt, die Umgebung, und alle Figuren, die nicht von Spielern geführt werden. Er würde also zum Beispiel sagen: "Als ihr in der stechenden Mittagssonne die Gasse zum Teppichmarkt entlanggeht, seht ihr zwei zerlumpte Gestalten im Schatten eines Hauseingangs stehen. Eine davon stützt sich auf einen knorrigen Wanderstab, die andere – sie trägt eine Binde über dem linken Auge – hält euch eine Holzschale entgegen und brabbelt dabei unverständlich."

Die Spieler schildern nun, was sie tun. Der Elf schlägt vielleicht einen Bogen, um dem beiden nicht zu nahe zu kommen, und geht weiter, während der Magier mental einen Abwehrzauber vorbereitet und der Krieger nach einem Kupferstück fingert, um es den Bedauernswerten zu geben. Die Degenfechterin dagegen vermutet, dass die Bettler vielleicht den Dieb gesehen haben könnten, der ihr gestern den Geldbeutel vom Gürtel geschnitten hat, und spricht sie an.

Der Spielleiter schildert wiederum die Folgen der Aktionen der Spieler. Manchmal hängt der Ausgang vom Zufall ab, dann wird gewürfelt (mit speziellen Würfeln, die nicht sechs, sondern 20 Seiten haben). Für jede Spielfigur gibt es Punktwerte, die angeben, wie geschickt oder stark sie ist und wie gut sie mit ihren Waffen oder Zaubern umgehen kann – das modifiziert diese Würfelwürfe. Im Laufe ihrer Abenteurerlebens verbessern sich diese Werte, sodass man sich immer größeren Herausforderungen stellen kann.

In den Abenteuerheften wird der Hintergrund für den Spielleiter geschildert. In unserem Beispiel könnte das dazugehörige Abenteuerheft einen Stadtplan enthalten, der zeigt, wo die Gasse verläuft, durch die die Abenteurer gehen. Auch zu den Bettlern könnten Punktwerte verzeichnet sein – und vielleicht steht dort, dass diese Bettler vom König der Diebe ausgeschickt wurden, um die Abenteurer auf die Probe zu stellen.

DIE PHILEASSON-SAGA ist eine der grundlegenden Kampagnen zu "Das Schwarze Auge". In den zwölf Abenteuern reisen die Helden rund um den Kontinent Aventurien und lernen dabei Gegenden kennen, die zuvor Weißflächen auf der Karte waren. Einen mystischen Turm im ewigen Eis, ein vergessenes Tal im Dschungel, Zauberwälder und sturmgepeitschte Meere. Hier wurden Orte und Völkerschaften angelegt – zum Beispiel die untergegangene Kultur der Hochelfen –, die diese Fantasywelt bis auf den heutigen Tag prägen.


Fragen von Heather:

15. Was konnten Sie zuerst, lesen oder schreiben?

Das lernt man mehr oder minder gleichzeitig, oder?
Wir sind jedenfalls keine Wunderkinder, die sich selbst im Alter von drei Jahren
das Lesen beigebracht hätten …


16. Wollten Sie als Kind schon Autor werden? Falls ja, ist es so wie Sie es sich
vorgestellt haben oder falls nein, was wollten Sie werden
und bereuen sie ihren Werdegang?

Robert: Mein erster Berufswunsch war "Indianer". Mit einem Plastik-Tomahawk und einem Tipi auf dem Rasen machte ich auch schon vielversprechende Schritte in dieser Richtung, verlor dann aber die Zielstrebigkeit. Nach kurzfristigen Irrungen im Berufswunsch – "Astronaut", dann Downgrade auf "Pilot" – kam "Archäologe" in die engere Wahl, verlor aber in der Endausscheidung vor dem Studium (die während des Jahrs als Soldat stattfand) gegen "Wirtschaftsinformatiker". Ich legte mein Diplom in dieser Disziplin ab und arbeitete zunächst als Unternehmensberater auf europaweiten Projekten für Großkonzerne, später als Projektleiter im Strategic Outsourcing. Die Schriftstellerei betrieb ich da schon nebenbei, oft in Hotelzimmern. Seit 2013 bin ich hauptberuflicher Autor, und das gefällt mir gut. Ob ich mich auch eines Tages als Autor in den Sarg legen wird, ist eine andere Frage – ich probiere gern neue Sachen aus.

Bernhard: Gerade habe ich eine weitere Gemeinsamkeit erfahren. Mein allererster Berufswunsch war: Archäologe. Das schon im zarten Grundschulalter. So mit zwölf sattelte ich dann um auf Zahnarzt, weil ich begriffen hatte, dass die wohl das bessere Einkommen haben. Mit sechszehn war mir die Kohle dann wieder egal und ich wollte Maler werden. Nach einem frustrierenden Erlebnis an der Düsseldorfer Kunstakademie bin ich dann an der Kölner Uni gelandet und habe Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde (Archäologie des vorderen Orients) studiert und in allen drei Fächern mein Examen gemacht. Während des Studiums habe ich in allen möglichen Jobs gearbeitet, um mich zu finanzieren: Filmvorführer, Illustrator, Weihnachtsmann zum mieten, Berater in einem Spieleladen, Rollenspielautor. In erster Linie war ich aber Journalist und habe mit dem Geld meine abenteuerlichen Reisen (bevorzugt in Bürgerkriegsländer oder Diktaturen: Nicaragua, Libanon, Syrien, Kuba) finanziert. Als mir der Platz, den Zeitungsgeschichten bekommen, nicht mehr gereicht hat, um das zu schreiben, was ich zu erzählen hatte, bin ich dann zu Romanen gewechselt.


17. Wenn Sie in einem ihrer Bücher leben müssten und die Wahl hätten
in welchem, welches wäre es und warum?

Bernhard: Da ich ohne die medizinischen Errungenschaften unserer Welt schon längst nicht mehr leben würde, weiß ich meinen Platz auf diesem Erdball sehr zu schätzen. Allerdings … Mein Roman „Nebenan“ beschreibt eine Welt, die fast wie die unsere ist. Nur dass es hier die Gestalten unserer Märchen und Sagen gibt. Jedenfalls noch einige, denn die meisten wurden in die magische Welt Nebenan fortgesperrt. Eine Welt, in der Märchen wahr werden können, würde mir schon sehr gefallen.

Robert: Falls PERRY RHODAN zählt, dort schreibe ich ab und zu mit, wäre das meine Wahl. Die Menschheit ist geeint, Krankheit und Hunger sind besiegt, man ist in ein Universum aufgebrochen, in dem es vor Leben nur so wimmelt und in dem die Wunder niemals enden. Und man hat die technischen und gesellschaftlichen Möglichkeiten, diese Wunder zu entdecken. Eine schöne Zukunftsvision.

Meine eigenen Werke sind deutlich düsterer. Die beste Wahl wäre wohl GRAUWACHT. Als Mensch lebt man dort zwar in ewiger Nacht, aber wenn man Glück hat, landet man in einer der elf Metropolen, in denen dienstbare Geister das Leben angenehm machen. Sicher, der Marsch durch die Eiswüste, den jeder antreten muss, ist hart, aber dafür hält diese Welt interessante Rätsel und Wunder bereit.


18. Woher nehmen Sie die Ideen und Inspirationen zu ihren Büchern?

Robert: Für einen Schriftsteller ist alles Inspiration. Die Bemerkung der Kassiererin im Supermarkt kann, in anderem Zusammenhang, genau die Dialogzeile sein, die man für die verzogene Prinzessin braucht.

Am meisten inspirieren mich gute Geschichten. Nach einem tollen Film oder einem spannenden Buch springt die Was-wäre-wenn-Maschine an: Wie hätte eine der Nebenfiguren das Geschehen erlebt? Welche Auswirkungen hätte eine andere Entscheidung an dieser oder jeder Stelle gehabt? So entstehen sehr schnell neue Geschichten, die mit ihrem Ursprung nichts mehr gemein haben.

Bernhard: Einen Teil der Inspiration bringe ich von meinen Reisen mit. Aber auch ganz banale Dinge, wie die Nachrichten oder einer Geschichte aus dem wirklichen Leben, die ich erzählt bekomme, können den Funken für einen Romanstrang liefern. Dann vertiefe ich die Themen durch die Lektüre von Fachliteratur oder ich versuche mich den Geschichten und den Figuren im richtigen Leben anzunähern. So habe ich zum Beispiel Schwertkämpfen gelernt, um besser darüber schreiben zu können. Und ich meine nicht, dass ich nur einmal ein Schwert in die Hand genommen habe. Ich bin auf Mittelaltermärkten aufgetreten und eine meiner stolzesten Stunden war, als ich einmal als letzter von 36 Kämpfern in einem „Circle of honor“, einem Schwertkämpferturnier, übrig geblieben bin.


19. In welchem Buch haben Sie am meisten von Ihrem
persönlichen Charakter verarbeitet?

Robert: In jede Figur fließt viel vom Autor ein, aber ich stelle keine Alter Egos in meine Fantasywelten. Am stärksten fasziniert mich Tynay in SCHATTENKULT. Einerseits würde ich sie gern einmal kennenlernen – aber andererseits weiß ich, dass das eine sehr schlechte Idee wäre, denn diese Begegnung würde ich wohl nicht überleben.

Bernhard: Mein einziger Roman, der tatsächlich autobiographische Bezüge hat, ist „Nebenan“. Der Student und Schwertkämpfer Till weist viele Parallelen zu meinem Leben auf. Neben Freunden habe ich auch einige meiner Uniprofessoren und eine verflossene Liebe in dem Buch porträtiert.


20. Was für Tipps haben Sie für jemanden der gerne selber Autor
werden wollen würde oder Schreiberling ist?

Autor zu werden ist sehr einfach – ein Stift und ein Blatt Papier, mehr braucht man nicht. Veröffentlicht zu werden oder gar davon leben zu können ist erheblich schwieriger. Der beste Vergleich ist das Fußballspielen. Jeder kann Fußball spielen, aber die wenigsten können davon leben, und dieser Realität muss man sich bewusst sein. Sprich: Man sollte seine Lebensplanung nicht darauf ausrichten, sondern auf jeden Fall ein finanzielles Standbein aufbauen, das nichts mit dem Schreiben zu tun hat.




Herzlichen Dank an Bernhard Hennen und Robert Corvus
für eure sehr interessanten und ausführlichen Antworten
bezüglich unseres Interviews! 

 
 
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ISBN: 978-3453318243; 400 Seiten; erscheint voraussichtlich am: 11.09.2017


Weitere Infos zur Phileasson-Saga findet ihr unter:


Die Phileasson-Saga beim Verlag:
 

Alle wichtigen Infos zur Fantasywoche findet ihr unter http://fantasywoche.de/ 



Ich hoffe, ihr hattet genauso viel Freude bei dem Interview
wie wir und wünsche euch noch viel Spaß beim Verfolgen
der Fantasywoche!

Liebe Grüße
eure Elchi

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