[REZENSION] "Atlantia" von Ally Condie

Elchi | Montag, 16. März 2015 |
Autorin: Ally Condie
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Fischer FJB (Februar 2015)
Genre: Jugendbuch / Fantasy / Dystopie
Originaltitel: Atlantia
deutscher Titel: Atlantia
vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
ISBN-10: 3841421695
ISBN-13: 978-3841421692
Preis: € 16,99 [D] 
Teil einer Reihe? Nein

www.fischerverlage.de





Inhaltsangabe:

Rio und Bay sind Zwillingsschwestern und sind seit dem Tod der Mutter unzertrennlich. Sie leben im Unten, in Atlantia, wo das Leben um einiges besser sei wie im Oben. Dennoch ist Rios größter Wunsch nach Oben zu gehen, während Bay das Unten über alles liebt und niemals verlassen wollte. Am Tag der Entscheidung jedoch nimmt Bay Rio das Versprechen ab, sich nicht für das Leben im Oben zu entscheiden, sondern bei ihr zu bleiben. Bay darf ihre Wahl jedoch als erstes Treffen und entscheidet sich für das Oben. Somit ist Rio gezwungen im Unten zu bleiben. Rio versteht die Welt nicht mehr. Warum hat ihre Schwester sie hintergangen und sich für ein Leben im Oben entschieden, obwohl es ihr widerstrebt?


Meine Meinung:
 
„Atlantia“ von Ally Condie ist eine faszinierende Geschichte, bei der sich die Emotionen und die eigentliche Geschichte eher zwischen den Zeilen befinden. Es ist eine Mischung aus Dystopie und Fantasy, die ohne die übliche Gesellschaftskritik auskommt, dabei dennoch eine gut durchdachte Religion und Politik hervor gebracht hat.

Die Geschichte startet langsam und läuft im Gesamten eher ruhig ab. Wer hier spannungsgeladene Action erwartet, ist vollkommen fehl am Platz. Die Spannung bleibt zwar nicht ganz aus, jedoch baut sie sich eher unterschwellig auf, was dem Ganzen zudem eine geheimnisvolle und mysteriöse Atmosphäre verleiht. Auch baut sich ein Bild der fantastischen von der Autorin eigens kreierten Welt und dem darin enthaltenen Leben nur langsam auf, dafür wird dieses jedoch sehr bildlich dargestellt.

Einerseits stelle ich mir die Welt Atlantias mit ihrer schillernden Farbenpracht in Blau- und Grüntönen ganz wundervoll und magisch vor, andererseits jedoch auch sehr beängstigend. Schließlich befinden wir uns eingeschlossen in einer Glaskuppel auf dem Grund umgeben von nichts als den tiefen Weiten des Meeres in unendlichen Wassermassen, die von außen auf die Glaskuppel drücken.

Während jedoch das Unten, also das Leben in Atlantia so malerisch beschrieben wurde, fällt das Oben dagegen sehr mau aus und findet kaum nennenswerte Erwähnung. Ob dies Absicht ist, bleibt dabei fraglich. Es würde dazu passen das Oben eher unerwähnt zu lassen, da das Leben im Oben ungesund sei und krank mache. Wohingegen im Unten alles wesentlich besser sei…

Ansonsten ist der Schreibstil der Autorin leicht und flüssig zu lesen. Teils ein wenig zu leicht, was besonders dann auffällt, wenn sich die bildliche Sprache mit den simplen, eher belanglosen Sätzen abwechselt. Was hier und da mal verwirrend wirken kann. Trotz, dass die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht der Hauptprotagonistin Rio im Präsens wiedergegeben wird, fällt es nicht ganz leicht, sich mit Rio zu identifizieren.

Rio hat ein Geheimnis zu verbergen,  ist ein wenig eigen und teils auch naiv. Es sei ihr jedoch zu verzeihen, schließlich muss sie mit dem Verlust ihrer Mutter und ihrer Zwillingsschwester alleine klar komme. Zudem kommt der Verrat ihrer Zwillingsschwester, der tiefer sitzt als alles andere. Dennoch ist sie eine Kämpferin und gibt den Kampf nach Oben zu gelangen und die Wahrheit zu erfahren nicht auf.

Maire, die Schwester ihrer Mutter birgt ebenfalls einige Geheimnisse und Rios Vertrauen in sie ist bröckelig…

Die anderen Charaktere bleiben eher blass. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Tiefgang mit mehr Emotionen gewünscht. Besonders Bay, die Zwillingsschwester wirkt eher unscheinbar. Aber auch True hätten ein paar mehr offene Gefühle gut gestanden.

Positiv überrascht bin ich, dass „Atlantia“ ein Einzelband ist. Wobei ich mir hier vielleicht sogar einen zweiten Band gewünscht hätte, oder ein paar Seiten mehr. Denn dafür dass die Geschichte nur langsam zum Leben erwacht ist, sich die Spannung eher unterschwellig aufgebaut hat um zum Ende hin ganz einfach ohne große Erzählungen abgehandelt zu werden, kam das Ende des Buches zu abrupt.


Fazit:

„Atlantia“ von Ally Condie ist eine faszinierende Geschichte, die eher zwischen den Zeilen spielt mit einem atemberaubenden Setting und ausbaufähigen Charakteren.  Ein ruhiges Lesevergnügen, dass  ohne viel Action daherkommt! 




Vielen lieben Dank an den Fischer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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