Sonntag, 5. Januar 2014

[REZENSION] "Gelöscht" von Teri Terry

Autorin: Teri Terry
Gebundene Ausgabe: 430 Seiten
Verlag: Coppenrath (Juni 2013)
Genre: Jugendbuch / Dystopie
Originaltitel: Slated
deutscher Titel: Gelöscht
vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
ISBN-10: 364961183X
ISBN-13: 978-3649611837
Preis: € 17,95 [D] / € 18,50 [A]

Teil einer Reihe? Ja, 1. Teil
(Gelöscht #1) /
(Slated #1)

http://www.coppenrath.de



Inhaltsangabe:

Die Wirtschaft in Großbritannien ist zusammengebrochen. Es herrschen Krawalle und Unruhen, zudem nehmen die Proteste der Jugendliche enorm zu. An dieser Stelle entstand das Slating um die Kriminalitätsrate einzuschränken. Demnach werden sämtliche straftätige Jugendliche bis zu einem Alter von 16 Jahren geslated.  (Aber sind es wirklich alles Kriminelle???) D. h. ihnen werden jegliche Erinnerungen an ihr bisheriges Leben gelöscht. Dies soll dazu führen, dass sie die Chance auf ein neues Leben erhalten. Allerdings werden sie dabei von einem Levo, ein kleines Gerät am Handgelenk, überwacht. Dieses dient zur Kontrolle über sämtlicher ihrer Emotionen und zeichnet diese auf. Auch Kyla wurde geslated, den Grund dafür hat sie jedoch nicht erfahren. Nun soll sie ein neues unauffälliges Leben in einer neuen Familie führen. Kyla gibt sich die größte Mühe sich zu integrieren, aber dennoch kommen ihr Zweifel auf, denn sie hat fürchterliche Alpträume, die so real erscheinen als seien es echte Erinnerungen, aber sie dürfte doch keine haben, oder? Nach und nach fängt sie an gewisse Dinge in Frage zu stellen – allerdings ist dies nicht ganz ungefährlich…


Meine Meinung:

„Gelöscht“ von Teri Terry ist der erste Band und der grandiose Auftakt einer neuen Trilogie. Die Geschichte stellt einen auf eine innerliche Zerreißprobe  wem man überhaupt trauen kann und wem nicht. So nach dem Motto „Traue niemandem – nicht einmal Dir selbst“.

Gefangen in einem Körper ohne jegliche Erinnerung – versucht sich in die düstere und streng überwachte Gesellschaftsordnung anzupassen, mit der Angst lebend nicht aufzufallen um Konsequenzen zu entkommen.

„Aber wie kann ich wissen, wer ich jetzt bin, wenn ich nicht weiß, wer ich war?“ (Zitat S. 165)

Dies beschreibt am besten das Leben, der 16-jährigen Kyla. Sie wurde geslated, d.h. ihr wurde jegliche Erinnerung an ihr bisheriges Leben genommen. Alleine die Vorstellung nicht mehr zu wissen wer man selbst ist und wem man vertrauen kann, finde ich sehr beängstigend. Zudem muss jeder, der einem Slating unterzogen wurde ein Levo tragen, wodurch man die Kontrolle über seine eigene Gefühlswelt versperrt bekommt, da das Gerät auf die kleinste Regung reagiert und dies nicht immer positiv.

Durch das Slaten wirkt Kyla zunächst wie ein Kleinkind. Woher soll sie sich mancher Dinge und deren Konsequenzen bewusst sein, wenn ihr all ihre Erinnerungen genommen wurden. Kyla lernt jedoch schnell und im weiteren Verlauf der Handlung entwickelt sie sich zu einer eigenständigen, jungen Frau, die nichts hinnimmt wie es ist, sondern anfängt die Dinge zu hinterfragen. Dabei muss sie jedoch besondere Vorsicht walten lassen, da die Regierung es gar nicht gerne sieht und ihr Verhalten sehr auffällig ist. Brave Slater, sind immer glücklich und lächeln, aber Kyla… sie ist eben anders.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch Ben. Er wurde ebenfalls geslated und ist Kylas engste Bezugsperson und ein sympathischer Kerl.

Im Allgemeinen besitzen alle Charaktere ihre Stärken und Schwächen und verleihen der Geschichte einen besonderen Tiefgang, wenngleich der Schreibstil schlicht und einfach ist und hingegen allem doch eher gefühlskalt. Zumindest zu Beginn. Dies passt aber hervorragend zu dem Empfinden Kylas, da sie erst lernen muss Gefühle zu entwickeln.

Auch hat die Autorin es geschafft das Spannungslevel kontinuierlich zu halten, besonders durch das Einbringen einzelner Traumszenen Kylas, die wie Erinnerungen an ihr früheres Leben zu sein scheinen, obwohl sie keine haben dürfte… Als jedoch kurz vor Schluss die Lösung greifend nahe zu sein scheint und man den Geschehnissen immer mehr entgegenfiebert, steht natürlich „Ende des ersten Buches“… Und das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger.

 
Fazit:

Ständige Überwachung einer düsteren Gesellschaftsordnung, die Angst aufzufallen, ein leerer Körper ohne jegliche Erinnerungen… „Gelöscht“ von Teri Terry ist eine grandiose Dystopie, die eher durch die Emotionen und Entwicklung ihrer Charaktere anstatt durch actionreiche Handlungen überzeugt. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin – eine absolute Leseempfehlung!!!



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