[REZENSION] - "Assassino" - Gerd Ruebenstrunk

Elchi | Mittwoch, 24. Juli 2013 |

Autor: Gerd Ruebenstrunk
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: bloomoon (März 2013)
Genre: Jugendbuch / Abenteuer / Fantasy
Originaltitel: Assassino
vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
ISBN-10: 3760786812
ISBN-13: 978-3760786810
Preis: € 16,99 [D] / € 17,50 [A]

Teil einer Reihe? Ja, 1. Band einer Dilogie
(Assassino #1)

www.bloomoon-verlag.de




Inhaltsangabe: (Quelle: Verlagsseite)

Das Auge des Kriegers 

Nicht zum ersten Mal macht sich die 17-jährige Kati Bergmann mit dem Archäologen Chris Montiel auf die Suche nach verlorenen Schätzen. Doch bei der Recherche nach einer sagenumwobenen etruskischen Gewandfiebel ist alles anders. Bald wird die Forschungsreise zu einem Wettlauf gegen die Zeit!

In den verwinkelten Gassen Dubrovniks wird Kati überfallen – und von dem geheimnisvollen Ilyas gerettet. Wer ist hinter ihr her? Und warum? Sind die Gerüchte um die magischen Kräfte der Fiebelscheibe etwa wahr? Und welches Geheimnis steckt hinter Ilyas Herkunft und seinen unglaublichen kämpferischen Fähigkeiten? Vor der exotischen Kulisse Dubrovniks und Istanbuls fügen sich Geschichte, Magie und Abenteuer zu einem bunten Teppich, dessen Muster unglaubliche Geheimnisse offenbart. Fremde werden zu Verbündeten und eine einfache Recherchereise zu einem gefährlichen Wettlauf mit düsteren Gestalten. Wer wird das Ziel erreichen?


Meine Meinung:

„Assassino“ von Gerd Ruebenstrunk ist ein spannender Abenteuerroman verwoben mit einem Hauch Fantasy und geschichtlichem Wissen. Zudem ist es der 1. Ban einer Dilogie!

Der Schreibstil des Autors ist ein wenig eigen, aber sehr gut zu lesen. Dier Erzählperspektive wird aus der Sicht eines allgemeinen Erzählers geschildert. Die Geschichte ist in mehrere Kapitel unterteilt, wovon manche nochmals in einzelne Abschnitte untergliedert wurden. Besonders ausgefallen und passend zur Geschichte ist die Schriftart der einzelnen Kapitelüberschriften gestaltet.

Zu Beginn habe ich ein wenig gebraucht um in die Geschichte rein zu finden, da sie doch sehr langatmig erzählt wird und u.a. ein wenig langweilig erscheint, sofern man sich nicht für Geschichte und alte Legenden interessiert. Wir erfahren, dass unsere Protagonisten nach archäologischen Fundstücken Ausschau halten, speziell aber nach einer etruskischen Fibel Scheibe. Erst gegen Ende des zweiten Drittels wird die Geschichte ein wenig interessanterund nimmt an Fahrt auf. Nun erfahren wir nach und nach immer mehr über unsere Protagonisten, vor allem aber über Ilyas, dessen Erscheinung davor doch ziemlich fragwürdig dargestellt wurde, weil er sich an nichts erinnern konnte. Den Aspekt, wie die Szenen geschildert werden, dass Ilyas durch einen Psychiater seine Erinnerungen wieder erhält und diese mit alten Legenden über die Assassinen und Tamar von Georgien gespickt sind, finde ich doch sehr gelungen. Denn genau in diesen Punkten liegt der Fantasy Anteil der Geschichte und auch des Rätsels Lösung über Ilyas wahre Person.  Das letzte Drittel der Geschichte war dann so spannungsgeladen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte und mir gewünscht hätte, dass es bereits von Beginn an so gewesen wäre. Denn wie gesagt, der Beginn hat sich ziemlich unspektakulär gezogen. Deshalb einen dicken fetten Minuspunkt, da man dies mit Sicherheit hätte auch ein wenig anders gestalten können, ohne zu viel vornweg zu nehmen. Auch wird endlich geklärt, was es eigentlich genau mit dieser Fibel Scheibe auf sich hat, warum diese so wertvoll und so viele Parteien hinter ihr her sind. Desgleichen hat der Autor es ab da geschafft das Spannungslevel kontinuierlich zu halten, welches sogar über das Ende hinausgeht, da dieses doch sehr offen gehalten wurde und man auf den 2. Band gespannt sein darf, wie die Geschichte weiter geht.

Außerdem sehr schön beschrieben, waren die Handlungsorte wie Dubrovnik und Istanbul, so konnte man sich die Umgebung doch zumindest bildlich vorstellen. Dagegen wirken die Charaktere jedoch ein wenig flach gezeichnet. Sie hätten ein wenig mehr Tiefgang vertragen um authentischer zu wirken. Kati ist mit ihren 17-Jahren hochintelligent und hilft ihrem Vater, einem Milliardär bei der Suche archäologischer Fundstücke. Ihre Menschenkenntnis scheint nicht unbedingt die beste und sie ist viel zu vertrauensselig. Auch ihre Überzeugung in Bezug auf gewisse Dinge, nimmt man ihr nicht so ganz ab, geschweige denn ihre wahren Gefühle. Auch ihr Tun und Handeln, ist an vielen Stellen ein wenig schwer nachzuvollziehen. Hier wäre ein Ich-Erzähler vielleicht angebrachter gewesen, der ihre Gefühle ein wenig einfühlsamer geschildert hätte. Auch Chris, der ein wenig älter als Kati ist, ist hochintelligent und gehört zum Archäologen-Team. Seine Glaubhaftigkeit stelle ich leider ebenso in Frage. Er bringt zwar hier und da mal einen lockeren Spruch und scheint ein netter Typ zu sein, der Gefühle für Kati hegt, ihr diese aber auch nicht näher bringt. Tja, und Ilyas, der Assassine mit Gedächtnisverlust ist mitunter zwar der interessanteste Charakter, aber auch er konnte nicht hundert pro überzeugen – hingegen aller anderen jedoch ungemein. Er wurde zwar dazu ausgebildet seine Gefühle unter Kontrolle zu haben und eher undurchsichtig zu wirken, aber so manchmal hätte ich doch gerne erfahren, was genau in seinem Kopf vorgeht und dass er seien Gefühle gegen Ende des 1. Bandes vielleicht doch ein wenig mehr preisgegeben hätte. Leider auch alle weiteren Charaktere haben alle so ihre Eigenarten gehabt, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Besonders, dass Martin Bergmann seine Tochter solchen Gefahren aussetzt, wenn er dies doch vorher sehen konnte… Aber nun gut, für die ein wenig zu flach gezeichneten Charaktere leider auch einen Minuspunkt. Hoffen wir mal, dass sie im Folgeband mehr Glaubhaftigkeit und Tiefe verkörpern.

Was den Actionanteil des Abenteuers angeht, so wurde dies in einem Ablauf von fiesen Intrigen, zahlloser Kampfszenen und der unendlichen Suche nach der Fibel Scheibe fort an voran getrieben.
Der Titel „Assassino“ ist treffend gewählt,  da er Ilyas Persönlichkeit wiederspiegelt und auch die Covergestaltung macht ordentlich etwas her. Es wirkt durch die irisierenden Goldtöne wirklich sehr edel und das Gesicht wirkt ein wenig als würde es aus einem Schatten hervortreten. Die abgebildete Person, passt hervorragend zu dem Eindruck, der dem Leser über Ilyas vermittelt wird. Am unteren Rand, sieht man noch eine Silhouette der Dächer Istanbuls. Aber auch der Buchdeckel ohne den Schutzumschlag wirkt sehr edel und die Ornamente sind einfach nur sehr schön gestaltet.

Aber was genau passiert in der Geschichte?
Kati und Chris gehören einem Team von Archäologen an und befinden sich auf einer Expedition um eine etruskische Fibel Scheibe zu finden, deren Wert wesentlich größer ist, als zu Beginn der Geschichte angenommen. Bei einem Alleingang ihrer Nachforschungen wird Kati urplötzlich überfallen und wie aus dem Nichts taucht dieser merkwürdige Junge auf und kommt ihr zur Rettung. Sein Verhalten ist jedoch sehr fragwürdig und passt nicht so Recht in unsere heutige Zeit, auch sind seine Kampfkünste enorm ausgeprägt und er zückt ohne Skrupel sein Messer. Als Ilyas, der sonderliche Junge dann verhaftet wird, meldet sich Katis Gewissen und sie kommt ihm wiederum zur Hilfe. Nun schließt auch Ilyas sich ihnen an, was Chris jedoch nicht sonderlich Recht ist, da er Ilyas nicht vertraut. Nach und nach häufen sich die Ereignisse und somit auch die Überfalle auf das junge Team und Martin Bergmann, Katis Vater und Auftraggeber der Expedition, reist ihnen hinterher. Dabei kommen weitere Geheimnisse an Tageslicht und die Geschichte verstrickt sich immer tiefer…


Fazit:

„Assassino“ ist eine spannende Abenteuergeschichte mit einem Hauch Fantasyanteil, die zu Beginn ein wenig langatmig daher kommt und ab Ende des zweiten Drittels an Fahrt aufnimmt. Leider sind die Charaktere auch zu flach gezeichnet um das fehlende Tempo wieder gut zu machen. Für den zweiten Band wünsche ich mir ein wenig mehr Tiefgang und authentischere Charaktere. Auch sollte das Spannungslevel gleich dort ansetzen, wo der erste Band aufgehört hat und nicht wieder abflachen. Ansonsten eine sehr angenehme Geschichte, vor allem aber wenn man sich für Archäologie, Geschichte und alte Legenden interessiert.




Vielen lieben Dank an LovelyBooks und den bloomoon Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!
(Leserunde)

Kommentare:

  1. Hallo,

    nun ein Buch von Gerd Ruebenstrunk ist nicht so einfach zu Lesen, wie man denkt, wenn man sich die Thematik anschaut. Denn die Thematik ist schon klasse..nur bei der Ausführung happert es halt, finde ich schon sehr.

    Kennst Du "Das Wörterbuch der Viktor Vau"? Gutes Thema, aber.....

    Da habe ich mich auch schwer getan beim Lesen, es nicht nicht unspannend, aber es gibt Längen die will/braucht man als Leserin einfach nicht..

    LG..Karin..

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    1. Hallo Karin,

      ja, die Thematik war sehr interessant und ich hatte daher, da es mir bisher nicht bekannt war zu Beginn ein wenig Probleme, aber die Fragen, die ich hatte, haben sich ja im weiteren Verlauf der Geschichte erklärt und ich habe dann auch mal gegoogelt :)

      Nein "Das Wörterbuch der Viktor Vau" kenne ich nicht und sagt mir auch nichts.

      Ja, gerade bei Mehrteilern ziehen sich manche Handlungen wie Kaugummi, manchmal sind sie notwendig um den späteren Verlauf besser nachvollziehen zu können, manchmal eher nur Lückenfüller und hätten anderst gestaltet werden können, aber nun gut.

      Jeder hat ja seine eigene Meinung!

      Liebe Grüße
      Elchi

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