Dienstag, 18. Juni 2013

[REZENSION] "Frettnapf" von Murmel Clausen


Autor: Murmel Clausen
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (April 2013)
Genre: Roman
Originaltitel: Frettnapf
ISBN-10: 3453410173
ISBN-13: 978-3453410176
Preis: € 8,99 [D] / € 9,30 [A]

Teil einer Reihe? Ja, 2. Teil
(Frettchen #2)


www.henye.de





Inhaltsangabe: (Quelle: Verlagsseite)

Totstellen ist auch keine Lösung - Frettchen, die Zweite

Mit der mittelhochschwangeren Jessi an seiner Seite realisiert Jens Fischer, dass er in seinem Leben doch etwas mehr verändern muss als nur den Mitbewohner. Ärgerlich, dass er das erst begreift, als Jessi mit gepackten Koffern vor ihm steht, um für ein paar Tage zu ihrer Trauzeugin zu ziehen. Jens schiebt Panik: Will sie ihn verlassen? Verzweifelt versucht er, eine Basis für seine zukünftige Familie aufzubauen, doch sein Scheitern ist programmiert.


Meine Meinung:

„Frettnapf“ von Murmel Clausen ist ein chaotischer Roman voller Humor und Ironie über die Zukunftsängste eines werdenden Vaters; zudem der zweite Band der Frettchen-Serie.

Ich muss dazu sagen, dass ich den ersten Band nicht kenne, man das Buch jedoch auch so lesen kann, sich jedoch u.a. an den ein oder anderen Stellen wundert, da man die Pointe womöglich nicht versteht, da es doch viel Bezug auf die Vorgeschichte nimmt. Allerdings wird dies zum Glück wieder ein wenig gemildert, da an vielen Stellen nochmal ein kleiner Rückblick auf vorherige Geschehnisse gegeben wird, sodass man dem Handlungsverlauf mit ein wenig Geschick doch folgen kann um die Szenen richtig zu interpretieren. Zumindest sind keine Fragen offen geblieben und haben sich nach und nach durch sich selbst erklärt.

Der Schreibstil des Autors ist einmalig - locker flockig und mit einer gewaltigen Portion Ironie versehen, bringt er die Leser zum Lachen. Die Erzählperspektive wird dabei in Ich-Form aus der Sicht des Hauptprotagonisten Jens Fischer wiedergegeben.

Jens ist ein chaotischer Kauz. Mit seinen fast 40 Jahren läuft er immer noch ziemlich planlos durchs Leben und weiß nicht so wirklich was er will. Er will arbeiten, ja, aber dann will er jedoch dieses nicht und jenes nicht. Er hat seine Jobs als Promoter auf Messen satt, vermasselt jedoch seine große Chance bei einem Radiosender als Moderator arbeiten zu können. Eine Eigenschaft die mir bei ihm tierisch auf den Nerv ging, ist, dass er sich und seine Fähigkeiten immer selbst untern Tisch stellt und dabei zu oft in Selbstmitleid zerfließt. Ich stellte mir oft die Frage „Ist Jens wirklich so verpeilt oder stellt er sich manchmal nur so blöd?“ Demnach wirkt er im gesamten gesehen sehr unreif und wie ein großes Kind. Auch frage ich mich, wie Jessi, seine Freundin, die übrigens ein Kind erwartet (jedoch nicht von ihm – was bereits im ersten Band zur Rede kam) nur mit ihm zusammen sein kann, da sie scheinbar doch genau zu wissen scheint, was ihre Ziele sind. Klar, dass diese gerade auch durch die Schwangerschaft oftmals zickig und pampig reagiert und erst einmal eine kleine Auszeit braucht um wieder runter zu kommen. Tja und Jens‘ Kumpels Sven und Hondo… nunja, sind nicht unbedingt besser als Jens und auch ein wenig verpeilt. Sven züchtet Frettchen und diese Frettchen, bzw. eines davon ist Jens wohl gemerkt nicht gut in Erinnerung, warum müsst ihr jedoch selbst herausfinden. Und Hondo scheint ein totaler Möchtegern zu sein, der je nach der Frau, die er gerade verehrt mal die Religion wechselt.

Der Titel „Frettnapf“ passt hervorragend zur Geschichte, denn Jens tritt wirklich so gut wie in jeden Fettnapf und damit nicht genug läuft es auch gerade wieder auf das wohlbesagte Frettchen hinaus, dieses bereits im ersten Band „Frettsack“ (der Titel ist auch von großer Bedeutung!) eine wichtige Rolle spielt! Das Cover sticht einem durch das grelle Gelb sofort ins Auge, darauf abgebildet ist ein Frettchen in eine Schüssel und reflektiert auch sehr schön das Ende der Geschichte.

Kurze Zusammenfassung:
Die hochschwangere Jessi braucht eine Auszeit und Jens versteht natürlich mal wieder alles falsch. Er gerät in Grübeleien Jessi könne der Ansicht sein, dass er vielleicht doch der Falsche ist und wirklich nicht in der Lage eine kleine Familie zu ernähren und sie über kurz oder lang ganz verlassen. Daraufhin verstrickt er sich selbst in Komplikationen, die so gar nicht vorhanden waren. So richtig arbeiten steht für Jens eigentlich vollkommen außer Frage, daher wendet er sich an seine Freunde um Rat zu suchen… Diese raten ihm zunächst, da Jessi die gemeinsame Wohnung derzeit für sich beansprucht, dass Jens solange wieder zu seinen Eltern ziehen könnte. Aber auch dort hält er es nicht lange aus und macht zudem ungewollt noch eine Entdeckung, die ihn zunächst total schockiert, kurz darauf zieht er dann in die Wohnung eines Freundes mit ein und das Chaos nimmt immer mehr seinen Lauf…


Fazit:

„Frettnapf“ ist ein chaotischer Roman voller Humor und Ironie über die Zukunftsängste eines werdenden Vaters, der mit fast 40 immer noch nicht richtig in seinem Leben angekommen ist. Sprachlich top, Charaktere dagegen auf Dauer sehr anstrengend. Aber wer auf solch chaotisch, verpeilte Typen steht wird sicherlich seinen Spaß an dem Buch haben, vor allem wenn Teil 1 ("Frettsack") bekannt sein sollte (was er in meinem Fall leider nicht war)!




Vielen lieben Dank an LovelyBooks und Murmel Clausen für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!
(Leserunde)


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