Sonntag, 3. Februar 2013

[REZENSION] "Ticket ins Glück" von Elke Becker


Autorin: Elke Becker
geschätzte Seitenzahl: 247 Seiten
Genre: Chick-Lit / Roman
Originaltitel: Ticket ins Glück
Veröffentlichung: Januar 2013
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 483 KB
Amazon:  ASIN: B00AYE0TXK
ebook: 2,99 €

Teil einer Reihe? Nein

http://elke-becker.com/






Inhatlsangabe: (Quelle: Amazon)

Als Alexandra ihren neuen Job verliert, ist es für ihren Verlobten Tom ein Wink des Schicksals, endlich zu heiraten und Nachwuchs in die Welt setzen. Windelwechseln und Babygeschrei passt jedoch so gar nicht in Alex' momentane Lebensplanung. Zu lange hat sie hinter Toms Karriere zurückgestanden und ihre eigenen Wünsche aus den Augen verloren.
Nach einem heftigen Streit fasst sie den verrückten Entschluss, für ein Jahr auszusteigen. In der Dominikanischen Republik will sie ihre Abenteuerlust ausleben und herausfinden, was sie sich selbst vom Leben erhofft, ob Tom tatsächlich ihr Mr. Right oder doch eher Mr. Wrong ist und wie es überhaupt weitergehen soll.
Während alle versuchen Alex von ihrem Entschluss abzubringen, entschließt sich Alex' Schwester Sabina kurzerhand mitzukommen, um ihrem chaotischen Liebesleben zu entfliehen.
Kaum sind die Schwestern angekommen, steht Alex wegen eines Missverständnisses ohne Job da. Schnell wird ihr klar, dass ein Leben unter der karibischen Sonne nicht nur tropische Cocktails, Salsa, Strand und Meer bedeutet. Als Alex kurz darauf auch noch bemerkt, dass sie schwanger ist, wird ihr Leben vollends auf den Kopf gestellt.


Meine Meinung:

 „Ticket ins Glück“ von Elke Becker ist ein typischer Chick-Lit Roman über das chaotische Leben zweier jungen Frauen und ihren Beziehungsproblemen mit einem besonderen Touch karibischen Flairs.

Mit viel Charme und Humor und einem locker flockigem Schreibstil nimmt uns die Autorin mit auf die abenteuerliche Reise der Selbstfindung ihrer Protagonisten auf den Inselstaat der Dominikanischen Republik. Durch ihre detaillierten und sehr bildhaften Beschreibungen lässt sie den Leser Teil der Reise werden, als befinde er sich direkt am Schauplatz. Besonders gelungen finde ich, dass die Autorin den Staat nicht nur aus Sicht vieler Touristen als sonnig und heiter darstellt, sondern auch tiefere Einblicke in das Leben dort gibt. Sie konfrontiert uns fast beiläufig mit den Unterschieden der Zivilisation in Deutschland und der Zivilisation in der Dominikanischen Republik. Durch die vielen Missgeschicke, die den Protagonisten dort wiederfahren, erhalten wir einen wunderbaren Einblick in das Leben zwischen Arm und Reich, welches teils, trotz, dass man dies schon oft in Berichten aus Zeitungen oder Fernsehen gelesen oder gesehen hat einen ganz schön Schockieren können, da man sich manche Lebensbedingungen gar nicht so vorstellen kann (oder es vielleicht auch nicht wollen, da wir einfach viel zu verwöhnt sind).

Auch die Beschreibung der Charaktere ist sehr vielseitig und sehr liebevoll gestaltet. Sie wirken durch ihre Stärken und Schwächen sehr authentisch, so dass man sie relativ schnell in sein Herz schließt. Die Hauptprotagonistin Alexandra hat eine wunderbar offene und ehrliche Art an sich, wodurch sie auch schnell neue Kontakte knüpft. Zu Beginn der Geschichte schien sie sich immer ein wenig zurück genommen zu haben, was sich jedoch im Verlauf der Handlungen ändert, da sie ja in die Dominikanische Republik gereist ist um sich selbst zu finden und dadurch an Stärke gewonnen hat. Auch scheint sie sich einen kleinen Dickkopf angeeignet zu haben. Ihre Schwester Sabina wirkt dagegen ein wenig blass. Zwar lernen wir sie mit der Zeit auch besser kennen und sie unterstützt ihre Schwester, wo sie nur kann, aber in Hinblick auf Männer, scheint sie nicht sonderlich festgelegt zu sein und genießt ihr Leben. Lisa, die beste Freundin der beiden, kann den plötzlichen Entschluss der beiden in Deutschland alles abzubrechen und für eine gewisse Zeit sich auf und davon zu machen, so gar nicht nachvollziehen. Allerdings wäre dies in ihrem Falle als Mutter zweier kleiner Kinder und treue Ehefrau auch nicht so einfach. Auch Tom, der Ex-Freund von Alex wird zu Beginn sehr oberflächlich dargestellt, - super guter Job und pingelig ohne Ende, er scheint so gar nichts mehr mit dem „alten Tom“ von damals gemeinsam zu haben, als er und Alex noch durch die Welt gereist sind und sich keine Gedanken darum gemacht haben, wo sie nächtigen werden, oder etwa doch und es scheint nur in Vergessenheit geraten? Auch bei Enrique, dem Liebhaber von Sabina sollte man nicht zu schnell voreingenommen gegenüber sein. Nach und nach klärt auch bei ihm sich auf, warum er ist, wie er ist. Ein sehr lustiger und liebenswerter Geselle ist dagegen der Taxifahrer Raffael. Ob er es je lernen wird anständig Auto zu fahren? Aber egal, er war zu Beginn an sehr hilfsbereit und immer lustig drauf.

Ein paar einzelne Szenen, muss ich euch aber erzählen, bei diesen konnte ich ja nicht mehr an mich halten und habe Tränen gelacht. Und zwar als Alex ein neues Bett benötigt, da ihr Vermieter der Meinung war, es stehe im zu, einfach ein Bett aus der Wohnung zu entwenden, da er für ein paar Monate Besuch bekommt. Also macht Alex sich auf den weg ein neues Bett zu finden. Da sie nicht wusste, wo sie ein ordentliches Geschäft finden sollte, fragte sie Raffael, der gleich seine Hilfe anbot. Im Geschäft selbst folgte dann der Bettentest. Raffael hat sich genüsslich auf die Matratzen fallen lassen und ziemlich eindeutige Bewegungen von sich zu geben um fest zu stellen, ob das Bett geeignet sei. Wenn es zu laut quietscht und knarzt, ist das Bett durchgefallen. Bei diesen wunderbaren Beschreibungen und meinem Kopf Kino, wie ein fremder Mann dir hilft ein „nach seinen Vorstellungen“ geeignetes Bett zu kaufen, einfach genial.

Aber auch die Stelle als Lisa, die Mädels besuchen kommt und in einem Laden ein großen Hähnchen bestellen möchte mit den Worten „Un polla grande.“ Kein Wunder, dass die Herren hinter der Theke in einen Lachanfall ausgebrochen sind und einen obszönen Hüftschwung hingelegt haben. Denn wörtlich übersetzt hat Lisa anstatt einem großen Hähnchen, einen großen (Männer)schwanz bestellt. Da sieht man mal wieder, was so ein kleiner für uns scheinbar unbedeutender Buchstabenfehler ausmachen kann. Denn Hühnchen heißt „pollo“. Aber die Szene erweitert sich um noch eine kleine geniale Pointe mehr, diese ich nun aber nicht verrate.

Der Titel „Ticket ins Glück“ trifft die Geschichte perfekt auf den Punkt und spiegelt sich wunderbar in vielen einzelnen Szenen wieder. Aber auch das Cover ist wirklich gelungen. Es strahlt das karibische Feeling aus, und zeigt die beiden Hauptprotagonistinnen Alex und Sabina am Strand – strahlender Sonnenschein, Palmen und Cocktails.

Aber was passiert in der Geschichte eigentlich? Wovon handelt sie? Alex hat ihren Job verloren und ihr Verlobter Tom sieht dies als perfekten Vorwand, dass die beiden nun endlich heiraten könnten und ein Kind bekommen. Dies entspricht jedoch noch nicht so ganz Alex aktueller Ansichten und sie merkt wieder einmal, dass ihr etwas in ihrem Leben fehlt. Sie scheint sich in letzter Zeit regelrecht zurückgenommen zu haben und ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse sind dabei in Vergessenheit geraten. Nach der Auseinandersetzung mit Tom ist der Punkt gekommen, an dem sie ihr Leben ändern will. Kurz entschlossen fliegt sie in die Dominikanische Republik um dort über ihr Leben, ihre Bedürfnisse und ihre Wünsche nachzudenken und sich selbst endlich wieder zu finden. Eigentlich war ihr Plan sich alleine auf und davon zu machen, aber als sie dies ihrer Schwester Sabina erzählt, hat diese kurzerhand beschlossen sie zu begleiten, da sie es leid ist, das zweite Rad am Wagen zu spielen, da ihr Lover Enrique sich trotz gescheiterter Beziehung nicht von seiner Frau trennen möchte. Gesagt, getan… Kaum in der Karibik angekommen, müssen die beiden feststellen, dass das Leben auch dort kein Zuckerschlecken. Dennoch lassen sie sich nicht unterkriegen, denn Sabina gibt die Hoffnung nicht auf, dass Enrique es endlich begreift und sie zurück haben möchte und auch Alex muss erfahren, dass sie so schnell vor Tom nicht fliehen kann, da sie schwanger von ihm ist. Aber was genau die beiden erleben und ob jeder seinen Weg gefunden hat, müsst ihr nun selbst herausfinden.


Fazit:

Ein lockerer Roman mit viel Charme und Humor, sowie der alltäglichen Beziehungsproblemen, einem chaotischen Weg der Selbstfindung und einem besonderen Touch karibischen Flairs. Dennoch sehr bodenständig geschrieben – absolut empfehlenswert!



Für alle die sich ein besseres Bild der im Roman beschriebenen Szenen, speziell die traumhaften Kulissen, aber auch die ärmeren Gebiete und der vollbeladenen Motoconchos (Motoradtaxen) machen möchten, sollten mal auf der Seite der Autorin Elke Becker hier vorbeischauen:


Liebe Elke, ich danke dir vielmals für das wundervolle Rezensionsexemplar und deine Teilnahme an dem kleinen Kurzinterview!

Kommentare:

  1. Wenn das nicht nach unterhaltendem Urlaubsflair zwischen zwei Buchdeckeln klingt? Danke für deine ausführlichen Schilderungen zu dieser Empfehlung!

    Beste Grüße,
    Kora

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  2. Huhu Kora,

    ja, es war echt einfach herrlich chaotisch, aber diese wundervollen Beschreibungen des Strandes im Sonnenuntergang - einfach ein Traum, allerdings wurde nicht alles schön geredet, sondern so dargstellt, wie es leider auch hinter den herrlichen Fassaden hergeht und dafür ein dickes Plus.

    Vorallem die Bilder auf der SEite der Autorin beweisen, dass nichts daran übertrieben ist ;)

    Liebe Grüße
    Michèle

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  3. Mir hat das Buch auch sehr gefallen =)
    Tolle Rezension!

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