[REZENSION] "Und ich vergebe dir nicht" von Erasmus Herold

Elchi | Samstag, 26. Januar 2013 |
Autor: Erasmus Herold
Taschenbuch: 392 Seiten
Verlag: Niemeyer, C W (September 2012)
Genre: (Westfalen-)Krimi
Originaltitel: Und ich vergebe dir nicht
ISBN-10: 3827195624
ISBN-13: 978-3827195623
Preis: 9,95 €

Teil einer Reihe? 1. Teil einer Ermittler-Serie

http://www.niemeyer-buch.de/






Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

Gütersloh im Hochsommer 2011. Ein Serienmörder verunsichert die Stadt. Seine grausame Bilanz nach nur fünf Tagen: Jeden Tag ein neues Opfer, in der Regel abends im Schutz der Dunkelheit ermordet. Die Mordkommission der Kreispolizeibehörde Gütersloh gerät unter Druck, denn offensichtlich besteht zwischen den Getöteten nicht die geringste Verbindung. Kriminalkommissar Patrick Gruber, soeben aus dem Urlaub zurückgekehrt, und Sarah Berger, strafversetzt aus einer verschlafenen Kleinstadt, übernehmen den Fall. Doch umso intensiver sie ermitteln, desto mehr Fragen wirft ihr Fall auf. Warum liegen alle Leichen an Straßenabschnitten entlang der Autobahn A2 und warum hinterlässt der Mörder am Oberarm seiner Opfer diesen rätselhaften Zahlenaufdruck aus schwarzer Tinte? Schon bald müssen die neuen Partner erkennen, dass ihr Gegner seinen eigenen Idealen folgt und er ihnen dabei immer einen Schritt voraus zu sein scheint.


Meine Meinung:


„Und ich vergebe dir nicht“ ist ein Krimi, dessen Aufbau dem Autor Erasmus Herold in der Tat sehr gelungen ist. Die Handlung bezieht sich auf eine Zeitspanne von ca. 30 Jahren, wobei die Erzählweise aus 3 unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Hier erhalten wir zum einen den Einblick aus Sicht der Ermittlungsarbeiten der Polizei, des Weiteren scheinen wir als Leser live bei den Morden des Täters dabei zu sein und zusätzlich erfahren wir etwas über die traurige Kindheit von Richard, wodurch die Szenarien immer zwischen den Jahren 1980 und 2011 hin und her springen. Sehr hilfreich fand ich hierbei, die Idee des Autors die einzelnen Kapitelüberschriften zusätzlich mit dem genauen Datum und einer Uhrzeit zu versehen, so dass man den Überblick der einzelnen Perspektivensprünge und Erzählweisen nicht verliert. Die Entwicklung der Handlung ist so aufgebaut, dass sich durch die verschiedenen Sichtweisen und den plötzlich unvorhersehbaren Wendungen der aktuellen Geschehnisse eine ungeheure Spannung aufbaut, diese den Bogen sogar über das Ende hinaus spannt.

Nach und nach fügen sich kleine Puzzleteile zusammen, bedingt durch die verschiedenen Einblicke, die wir als Leser erhalten, aber auch bei den Ermittlungsarbeiten scheint es Fortschritte zu geben, allerdings jedes Mal sobald man einen Verdacht hat, wer der Mörder sein könnte, geschieht etwas Unvorhersehbares und der Verdacht wird wieder zerschlagen…  Ein sehr interessanter Aspekt dabei ist, wie die Taten beschrieben werden und der Täter dargestellt wird. Die Umgebungsbeschreibungen sind teilweise sehr detailliert, wodurch man sich als Leser ein sehr gutes Bild des aktuellen Ortes machen kann und sich unter anderem selbst mitten im Geschehen befindet. Man stellt sich die Frage, welches Ritual der Täter verfolgt, ob er überhaupt ein Ritual verfolgt, denn die einzigen Hinweise, die uns vorlegen, sind dass er seine Opfer entlang von Straßenabschnitten der Autobahn A2 ablegt und ihnen einen Stempelabdruck aus schwarzer Tinte in Form einer rätselhaften Zahlenreihe aufdrückt. Ansonsten scheint es zwischen den einzelnen Opfern keinerlei Verbindung zu geben, oder?

Die Charaktere wirken sehr authentisch und sind besonders vielseitig. Vor Allem das Ermittlerteam Sarah Berger und Patrick Gruber schließt man sofort ins Herz. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr menschlich wirken mit ihren Stärken und Schwächen. Sarah, die strafversetzt wurde, da sie einem ehemaligem Kollegen bei einem Anmachversuch die Nase gebrochen hat und ihr kleines Geheimnis, welches durch Zufall bei einem Ermittlungsfall ans Licht kommt, ihr Partner, Patrick anstatt ihr Vorwürfe zu machen, sie dabei jedoch liebevoll umsorgt und ansonsten als eher ruhige Person, die ab und an ein wenig unnahbar erscheint, beschrieben wird und erst vor kurzem seinen Partner verloren hat. Aber auch er birgt so manches Geheimnis.

Der Titel „Und ich vergebe Dir nicht“, passt hervorragend zu dem Krimi. Er spiegelt die Taten des Mörders, sowie dessen menschliche Entwicklung und wie er sein Leben verbracht hat sehr gut wieder. Aber auch die Covergestaltung ist gelungen. Es zeigt das Gesicht einer jungen Frau mit zu Boden gesenktem Blick, deren Wimperntusche durch Tränen verlaufen ist. Auch die schwarz-weiße Färbung finde ich dabei sehr treffend, da es die Trauer doch gut wiederspiegelt. Am Rande lässt sich in verschiedenen Größen eine Zahlenreihe erkennen, diese für  die Stempelabdrücke, die der Täter auf seinen Opfern hinterlässt, stehen. Und der Titel wurde in roter Schriftfarbe hervorgehoben.

Aber wovon handelt der Krimi überhaupt? Wir befinden uns in Gütersloh im Jahr 2011, wo ein Serienmörder sein Unwesen treibt. Er verfolgt ein grausames Ritual, wobei die einzige Spur, die er hinterlässt ein rätselhafter Stempelabdruck in Form einer Zahlenreihe ist, sowie dass die Leichen entlang von Straßenabschnitten der Autobahn A2 gefunden wurden. Auf den Mörder angesetzt werden als neues Ermittlerteam, Sarah Berger, die in die Mordkommission Gütersloh strafversetzt wurde und Patrick Gruber, der erst aus seinem Urlaub zurück kommt und vor kurzem erst seinen alten Partner verloren hat. Als es so scheint, dass der Mörder ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint, werden zusätzliche Kollegen auf den Fall angesetzt. Nach und nach fügen sich kleine Puzzlestücke zusammen, allerdings sobald jemand verdächtigt wird, scheint es unvorhersehbare Wendungen der Geschehnisse zu geben, so dass man erneut auf der Suche nach dem mutmaßlichen Täter ist.

Ich kann nur sagen, mich hat der Krimi mit mehreren Fragen zurückgelassen. Die Fragen, die sich mir im Verlauf der Geschichte gestellt haben, wurden nach und nach im Verlauf der Handlung geklärt, aber bei dem doch sehr ungewöhnlichem Ende, dieses mich sehr erstaunt und auch sehr verwirrt zurück gelassen hat, hätte ich so keinesfalls vorausgesehen. Denke dies werden viele von Euch, die den Krimi auch lesen oder gelesen haben, nachvollziehen können! Mir stellen sich dabei die Fragen ob der Krimi auf wahre Begebenheiten basiert und ein solcher Fall, wie er hier geschildert wird, speziell auf das erstaunliche Ende bezogen, so schon einmal wirklich vorgekommen ist?! Es wäre doch ziemlich erschreckend!!! Und da das Ende so ich sag mal "offen" ist, scheint es ja doch irgendwie weiter zu gehen und lässt mich grübelnd zurück!



Fazit:

Fesselnder Krimi mit liebenswerten Charakteren mit ungewöhnlichem und überraschendem Ende, der einen u. a. leicht verwirrt zurücklässt. Absolut empfehlenswert!





Homepage des Autors:  http://www.erasmusherold.de
Facebook-Seite des Autors: https://www.facebook.com/Erasmus.Herold.Autor
Homepage des Verlages: http://www.niemeyer-buch.de/



Lieber Erasmus Herold, vielen lieben Dank für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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