[REZENSION] "Halva, meine Süße" von Ellen Alpsten

Elchi | Mittwoch, 9. Januar 2013 |

Autorin: Ellen Alpsten
Gebundene Ausgabe: 367 Seiten
Verlag: Coppenrath Verlag (August 2012)
Genre: Roman / Jugendbuch
Originaltitel: Halva, meine Süße
vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
ISBN-10: 3649605988
ISBN-13: 978-3649605980
Preis: 16,95 €
ebook: 12,99 €

Teil einer Reihe? Nein

http://www.coppenrath.de/


 
Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

Eine Familie zwischen zwei Welten, eine Liebe, die Grenzen überwindet, ein Versprechen, das alles zerstören kann.

Als Halva auf einer Party Kai kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Während die beiden sich immer näher kommen und Pläne für eine gemeinsame Zukunft schmieden, ahnen sie nicht, welche Tragödie sie mit ihrer Beziehung ins Rollen bringen. Plötzlich erhalten Halvas Eltern seltsame Briefe aus ihrem Heimatland, dem Iran, und versuchen, ihre Tochter mit allen möglichen Ausflüchten von ihrem Freund fernzuhalten. Halva begreift zu spät, was noch alles für sie und ihre Familie auf dem Spiel steht. Hat ihre Liebe zu Kai dennoch eine Chance?


Meine Meinung:

„Halva, meine Süße“ von Ellen Alpsten ist eine faszinierende Liebesgeschichte zwischen zwei Welten – Deutschland und dem Iran.

Der Aufbau der Handlung ist der Autorin sehr gut gelungen, da sie durch ständige Wendungen der Geschehnisse eine kontinuierliche Spannung aufbaut, wobei sie in einem Moment einen Funken an Hoffnung gibt und ihn im nächsten Moment wieder zerschlägt. Man fiebert und leidet vom Anfang bis zum Ende der Geschichte mit den beiden Hauptprotagonisten, Halva und Kai, mit. Ellen Alpsten verleiht der Geschichte Lebendigkeit indem sie die Unterschiede der Kulturen Deutschlands und dem Iran gegenüberstellt und dem Leser vor Augen führt. Geflissentlich lässt sie Themen wie „Vorurteile“, „den Unterschied von Sitten und Traditionen“, „allgemeine Umgangsformen“, „Folter und Krieg“, „Ehrgefühl“, „Schande und Rache“, ebenso „Misstrauen“, aber auch Themen wie „Liebe“, „Mut und Vertrauen“ mit in die Geschichte einfließen. Sie übt teils Kritik an den Gesellschaften, andererseits öffnet sie den Lesern die Augen um fremden Kulturen gegenüber nicht voreingenommen zu sein.

Der Schreibstil der Geschichte ist einfach und leicht verständlich und die Erzählweise wird aus der Sicht beider Hauptprotagonisten (Halva und Kai) im Wechsel wieder gegeben, wodurch die Geschichte und deren Protagonisten sehr authentisch rüber kommen um man sich als Leser fühlt, als befinde man sich selbst mitten im Geschehen. Des Weiteren sind die Charaktere sehr vielseitig und liebevoll beschrieben und dem Leser wird es durch die Einblicke in beide Sichtweisen erleichtert, einen Bezug zu den Charakteren herzustellen. Ihre Ängste, Zweifel und Sorgen sind wie ein offenes Buch und ihre sehr emotionalen Gefühlsausbrüche gehen einem dabei sehr nahe.

Der Titel „Halva, meine Süße“ passt hervorragend zur Geschichte, denn Halva wird als liebevolles, junges Mädchen dargestellt, die dazu neigt es jedem Recht zu machen, aber dabei dennoch ihre Haltung wart und ihren eigenen Kopf durchsetzt. Hinzu kommt, dass Halva ein süßes Konfekt ist, welches man individuell zubereiten kann. Am Tag der Verabschiedung bei ihrer Großmutter lernt sie, wie man Halva zubereitet. Ihre Großmutter übermittelt ihr ein uraltes Familienrezept und gibt ihr eine Botschaft mit auf den Weg. Seitdem legt Halva ihre ganzen Gefühle in die Zubereitung von Halva rein und übermittelt somit Botschaften an ihren Geliebten Kai. Besonders erwähnenswert ist aber auch die tolle Covergestaltung. Während das Cover der gebundenen Ausgabe einheitlich Gold glänzt, so ist sein Schutzumschlag in Blautönen gehalten mit weißen Blüten und rosa Schmetterlingen. Zusätzlich hat es eine Laserstanzung im orientalischen Stil, so dass das Gesamtbild des Covers eine schöne Musterung darstellt.

Um noch kurz zum Inhalt zu kommen… Halvas Familie lebt bis zu ihrem 8. Geburtstag in Teheran im Iran. Ihr Vater gerät eines Tages durch ein Versehen in ein islamisches Gefängnis und wird gefoltert, er entgeht nur knapp seinem Tod. Ein Bekannter hilft ihm zu entkommen und organisiert die Flucht für Halvas Familie nach Deutschland. Hierbei wird ein hoher Preis ausgehandelt… Kurz vor ihrer Flucht nach Deutschland ist Halva mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Mudi bei ihrer Gromutter zu Besuch um sich zu verabschieden. Ihre Gromutter bringt ihr das uralte Familienrezept zur Zubereitung von Halva, dem süssen Konfekt, nach dem Halva benannt ist, bei und vertraut ihr eine Botschaft an. 10 Jahre später hat die Familie Mansouri sich eine eigene Existenz in Form eines kleinen Cafés aufgebaut. Halva macht in Deutschland ihr Abitur und ihr Bruder Mudi studiert Jura. Am Tag seiner Anmeldung trifft er auf Kai, der ebenfalls Jura studiert. Ein junger Mann, aus reichem Haus, dessen Vater Arzt ist. Mudi und Kai schließen Freundschaft und als dann die Erstsemesterparty stattfindet, bringt Mudi seine Schwester Halva mit. Wie das Schicksal es will, verlieben sich Halva und Kai in einander und die Geschichte um eine romantische und sehr emotionale große Liebe beginnt. Zu Beginn scheint alles wunderbar, doch der Schein trügt. Ich möchte euch nicht zu viel verraten, da das ganze hier ein wenig verzwickt wird und ich euch die Spannung nicht nehmen möchte. Ich kann nur sagen, dass das Ende der Geschichte anders ausging als ich dachte und bei mir viele Fragen aufwirft.


Fazit:

Eine sehr emotionale Liebesgeschichte, die durch das Leben zweier Kulturen, die unterschiedlicher nicht sein können hart auf die Probe gestellt wird und zum Nachdenken anregt. Locker, flockig zu lesen – absolut empfehlenswert! 




Vielen lieben Dank an den Coppenrath Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Ach, das Buch steht auch schon eine Weile auf meiner Wunschliste . . . nur schon das Cover finde ich toll.

    lG Favola

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    1. Ohja, als ich das Buch aus der Folie genommen habe und feststellen, musste, dass das Cover so schön gestanzt ist, war ich total hin und weg :)

      Aber auch die Geschichte hat mich positiv überrascht :)

      LG Michèle

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