[REZENSION] "Ein Traum und zwei Füsse" von Sarah Rubin

Elchi | Montag, 10. Dezember 2012 |
Autorin: Sarah Rubin
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Chicken House (September 2012)
Genre: Jugendbuch
Originaltitel: Dreamer Ballerina
deutscher Titel: Ein Traum und zwei Füsse
vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 15 Jahre
ISBN-10: 3551520291
ISBN-13: 978-3551520296
Preis: 13,95 €

Teil einer Reihe? Nein

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Inhaltsangabe: (Quelle: Klappentext)

 Eins weiß Casey ganz genau: Sie ist zum Tanzen geboren. Auch wenn das außer ihr niemand glaubt. Schon gar nicht die miese fiese Ann-Lee, die ständig rumprotzt und sogar Ballettunterricht bekommt. Für solchen Fierlefanz hat Caseys Mutter kein Geld. Aber das macht nichts, denn Casey absolviert ihr eigenes Training. Und als die Ballett-Akademie zum Vortanzen einlädt, ist für Casey alles sonnenklar. Sie wird nach New York fahren, sie wird vortanzen und sie wird ins Ensemble aufgenommen. Da wird Miss Ann-Lee Protz ganz schön blöd gucken!



Meine Meinung:

„Ein Traum und zwei Füsse“ von Sarah Rubin ist eine wunderschöne Geschichte für Jugendliche über die „Leidenschaft zum Tanzen“ und die „Verwirklichung des größten Traumes“, aber auch Themen wie „Demütigung“, „Trauer“, „Mut und Vertrauen“, sowie „Willensstärke und Durchhaltevermögen“ lässt die Autorin geflissentlich, aber perfekt getroffen mit in die Handlung einfließen. Die Botschaft lautet klipp und klar: „Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!“.

Der Schreibstil ist locker und leicht verständlich – er wird besonders durch bildhafte Vergleiche gestützt und verstärkt somit spielerisch das Vorstellungsvermögen der Leser. Die Erzählperspektive wird aus Sicht der Hauptprotagonistin Casey Quinn in der Form des Ich-Erzählers geschildert. Dies finde ich von der Autorin sehr gut gewählt, da man sich als Leser noch leichter und enger mit Casey verbunden fühlt – man erlebt ihre Ängste und Sorgen, sowie alle ihre Empfindungen hautnah mit. Auch war ich sehr erstaunt darüber, dass Caseys Emotionen unmittelbar durch Bewegungsformen ausgedrückt werden. So „trippelt sie mit den Füssen“, wenn sie aufgeregt ist, fängt an „aufzustampfen“, sobald sie verärgert ist, „hoppst fröhlich durch die Gegend“, wenn sie glücklich scheint und „schlurft und schlipp-schlappt herum“, wenn sie enttäuscht von etwas ist. Kommt euch dies nicht irgendwie bekannt vor? – Mir schon, da ich solche Beobachtungen schon oft an mir selbst und anderen Leuten in meinem Umkreis feststellen musste. Ich finde es faszinierend, dass die Autorin, diese doch so unscheinbare aber sehr ausdrucksstarke Verbildlichung, die sich während dem Ablauf unserer Emotionen oder gar Gefühlsausbrüche teils vollkommen unbewusst in einer gewissen Bewegungsform wiederspiegelt und abläuft, hier hat ganz nebenbei einfließen lassen.  Hierfür gibt es einen dicken fetten Pluspunkt meinerseits!

Aber auch die Beschreibungen der Charaktere kommen gut rüber und sind sehr vielseitig gestaltet. So sind alle samt auf ihre ganz spezielle Art und Weise doch sehr liebenswert dargestellt. So haben wir die Hauptprotagonistin Casey Quinn. Ein leicht naives, tollpatschiges Mädchen mit starker Persönlichkeit geprägt von Pflichtbewusstsein und einer doch großen Portion Selbstvertrauen, nebst manch kleiner Zweifel, die schnell wieder vergessen scheinen. Denn trotz so mancher Holpersteine, gibt sie nicht auf und hält an ihrem großen Traum fest. Dann haben wir ihre größte Konkurrentin, Miss Ann-Lee Ryder, diese von Casey nur „Miss Protz“ genannt wird, da sie mit allem Möglichen angibt und ihre Familie im Vergleich zur Caseys aus einem wohlhabenderem Haus kommt. Auch machen sie und ihre „gackernden Ballett-Gänse“ sich über Casey lustig, wo sie nur können und der Armen das Leben schwer. Caseys Mutter wird aus Caseys Sicht als eine starke Frau beschrieben, die stets bemüht ist gut für sich und ihre Familie, bestehend aus Casey und deren Omi, also ihrer Mutter, zu sorgen. Jedoch scheint sie nach dem Tod ihres Mannes, der im Krieg gefallen ist, als Casey ca. 4 Jahre alt war ihren eigenen Traum vom Malen aufgegeben zu haben. Caseys Omi hingegen ist eine Person, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Sie ist einfach liebenswert und weiß immer Rat, egal in welcher Situation, sie versucht in Allem etwas Positives zu sehen. Nicht zu vergessen, ist jedoch auch Andrea – sie ist die erste richtige Freundin, di Casey in ihrem chaotischen Leben seit dem Vortanzen in New York beiseite steht – beide verbindet der Traum einmal eine große „Tänzerin“ zu sein. Und auch Miss Martha Graham, sollte nicht unerwähnt bleiben. Die Tanzlehrerin hat einen doch sehr gelungenen Charakter vorzuweisen… Sir wirkt in meinen Augen wie eine typische Tanzlehrerin aus Filmen wie „Save the Last Dance“ und „Center Stage“ – nach außen hin kühl und direkt in ihrer Art, aber eigentlich besorgt um ihre Schützlinge und nur das Beste wollend.

Allen in Allem konnte die Handlung der Geschichte, die im Jahre 1959 spielt und uns den Lebensweg einer „jungen Dame“ mit all ihren Höhen und Tiefen näher bringt, mich sehr überzeugen. Spannung wird hierbei erzeugt, indem es ständige Wendepunkte der aktuellen Geschehnisse gibt und diese im Allgemeinen sehr emotional und lebhaft beschrieben werden.

Casey Quinn, ein typischer Teenager, leicht naiv und ein wenig tollpatschig hat einen großen Traum. Sie möchte einmal „eine berühmte Tänzerin“ werden; auch wenn bisher niemand an ihr Talent glaubt, lässt sie sich nicht beirren, denn „sie weiß, sie ist zum Tanzen geboren“. Nichts und niemand kann das junge Mädchen, das aus einem kleinen Dorf namens Warren ins South Carolina kommt, von ihrem Ziel abhalten… Vor Allem nicht diese Miss Ann-Lee, Caseys größte Konkurrentin und ärgste Feindin, diese von Casey nur „Miss Protz“ genannt wird. „Miss Protz“ und ihre Ballett-Clique machen sich eine Freude daraus, Casey das Leben schwer zu machen und sie zum Narren zu halten. Eines Tages nach dem Ballettunterricht reibt Ann-Lee, Casey unter die Nase, dass sie zu einem Vortanzen nach New York fährt. Dies lässt Casey sich jedoch nicht 2mal sagen und sie setzt alles daran um auch nach New York zum Vortanzen zu fahren. Allerdings läuft es an dem Tag nicht ganz so wie Casey es sich vorgestellt hat und sie verpatzt ihre große Chance bei der berühmten New Yorker Ballett-Akademie genommen zu werden. Das Schicksal scheint es jedoch gut mit ihr zu meinen und sie erhält den Tipp sich bei einer anderen Tanzschule vorzustellen – gesagt, getan. So beginnt Casey das neue Schuljahr zusammen mit ihrer neuen Freundin, Andrea, diese sie bei dem Vortanzen kennengelernt hat, in New York und tanzt nun bei Miss Marthas Tanzschule. Allerdings hat die Sache einen Hacken und zwar wohnt sie in einem Wohnheim für „junge Damen“ und muss sich dort ein Zimmer mit der verhassten „Miss Ann-Lee Protz“ teilen, da diese nun auch in New York zur Schule geht und an der Ballett-Akademie tanzt. Wie Caseys hibbeliges, chaotisches vom Rhythmus der Musik bestimmtes Leben nun weitergeht… lasst euch überraschen indem ihr dieses großartige Buch selbst lest!

Ganz nebenbei, das Cover sollte natürlich auch noch erwähnt werden: Ich finde es super – knallig leuchtend – eben ein Mädchentraum in rosa. Auch sehr treffend zur Geschichte sieht man zwei paar Mädchenfüsse in rosa Converse. Passen in dem Falle, dass Casey immer Converse trägt, zwar sind diese weiß, aber das rosa passt hervorragend, da die Geschichte sich anfangs um Ballett dreht mit rosa Ballettschuhen und rosa Ballettkostümen.


Mein Fazit:

Absoluter Page-Turner nicht nur für Jugendliche, sondern für alle Tanzbegeisterten mit klarem Motto für seine Ziele zu kämpfen. Locker flockiger Schreibstil mit mitreißender Handlung und liebenswerten Charakteren.



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